Tagesgeld-Festgeld Ratgeber
Festgeld vs. Tagesgeld
Schon George S Clason zeigte vor mehr als 80 Jahren in seinem Buch „Der reichste Mann von Babylon“ einem Millionenpublikum auf, wie wichtig es für den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ist, einen Teil seines regelmäßigen Einkommens nicht zu verkonsumieren, sondern bei Seite zu legen und entsprechend zu investieren. Auf diesem Weg können mit dem Tages- und Festgeld zwei Anlageformen hilfreich zur Seite stehen, deren jeweiligen Vor- und Nachteile im Folgenden kurz erläutert werden sollen.
Zunächst zu den Gemeinsamkeiten:
Tages- wie Festgeld zählt zu den sichersten Anlageformen überhaupt, da im Falle von den Konten, die bei Banken eröffnet werden, die dem Einlagensicherungsfonds und möglicherweise weiteren Bankenverbänden angeschlossen sind, die Sicherheit der Anlagegelder in fast unbegrenzter Höhe garantiert wird. Als feste Anlagegelder unterliegen weder Fest- noch Tagesgelder einem Kursrisiko wie bspw. Investitionen in Aktien oder Anleihen.
Die Führung von den jeweiligen Konten wird zudem von den meisten Banken komplett ohne Erhebung von Gebühren angeboten, so dass mit beiden Anlagekonten ausschließlich positive Erträge generiert werden. Wie bei Erträgen aus Kapitalvermögen üblich, müssen diejenigen Zinseinkünfte, die den Sparer-Pauschbetrag plus Werbungskostenpauschale in Höhe von insgesamt 801 Euro übersteigen versteuert werden. Diese Abgaben an den Fiskus belaufen sich auf pauschal 25 % Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der Abgeltungssteuer plus ggf. Kirchensteuer.
Die Höhe der Zinsen orientiert sich beim Tages- wie auch beim Festgeld am Leitzins der Europäischen Zentralbank. So liegen die Zinsen für Tagesgeld mit derzeit durchschnittlich 1,5 % in etwa auf dem gleichen Niveau wie Festgeld mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Ein erster Unterschied ergibt sich in der Anpassung des Zinsniveaus bei einer Aktion der Europäischen Zentralbank. Aber dazu später mehr.
Nun zu den Unterschieden:
Tagesgeld vereint im Grunde genommen die Vorteile des klassischen Sparbuches mit den Vorteilen von Festgeld. Aus diesem Grund konnte sich das Tagesgeldkonto in Deutschland zu einem der beliebtesten Anlageformen überhaupt entwickeln. Genau wie bei Anlagen auf dem klassischen Sparbuch sind Guthaben auf einem Tagesgeldkonto (so genannte Sichteinlagen) jederzeit abrufbar. Aber gleichzeitig wird Guthaben auf Tagesgeldkonten in der Regel deutlich höher verzinst als auf dem klassischen Sparbuch.
Der große Nachteil von Tagesgeld ist im Grunde genommen rein theoretischer Natur. Rein rechtlich haben Banken nämlich die Möglichkeit den Zinssatz für Tagesgeld jeden Tag zu ändern, ohne dass sie dies im Vorfeld ankündigen müssen. Daraus würde sich ein Zinsänderungsrisiko auf Seiten des Anlegers ergeben, was dem Hauptzweck eines solchen Kontos kontraproduktiv entgegenstehen würde. Dieser besteht nämlich darin durch ein attraktives Tagesgeldangebot neue Kunden gewinnen zu können. Aus diesem Grund ändern Banken ihren Zinssatz für Tagesgeld in der Regel nur in Reaktion auf Änderung des Leitzinses.
Tagesgeld ist vor allem dann interessant, wenn die Märkte am Beginn eines Zinssenkungszyklus stehen, da mit einer Festgeldanlage die hohen Zinsen gesichert werden können, wenn die Laufzeit entsprechend lang gewählt wird. Üblich sind Laufzeiten zwischen 30 Tagen und 2 Jahren. Befindet sich das Zinsumfeld am Anfang eines Erhöhungszyklus, macht es Sinn die Laufzeit möglichst kurz zu wählen, da ansonsten eine Partizipation an den steigenden Zinsen nicht möglich ist.
Bei der Wahl der Anlageform kommt es also vor allem auf zwei Dinge an: Zum einen vom Timing und vom anderen von der Wichtigkeit des Zugriff haben können von Seiten des Anlegers. Langfristige Festgeldanlagen sind demnach dann vor allem ratsam, wenn die Zinsen vor einem Senkungszyklus stehen und der Anleger auf den Anlagebetrag über die Laufzeit nicht angewiesen ist. Andernfalls sind Anlagen in Tagesgeld zu präferieren.
Egal für welche Art von Konto sich der Anleger schlussendlich entscheidet, sollte im Vorfeld eine gründliche Recherche in Hinsicht auf die verschiedenen Anbieter und ihren Angeboten gemacht werden, da sich die Konditionen von Bank zu Bank teilweise erheblich unterscheiden können.